Das Projekt



Das Projekt Pädagogische Biographiearbeit - ein Fortbildungskonzept für Professionelle in sozialen und pädagogischen Berufsfeldern ist an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis angesiedelt. Ziel der Projektarbeit zwischen 2002 und 2005 war es, ein Konzept für eine längerfristige berufsbegleitende Fortbildung zu entwickeln und zu erproben. Das Konzept sollte den Bedarf der Praxis aufgreifen und mit wissenschaftlichem Wissen, besonders aus der sozial- und erziehungswissenschaftlichen Biographieforschung verknüpfen. Auf dieser Grundlage wurde eine wissenschaftlich fundierte Qualifizierung für biographieorientierte Arbeit entwickelt. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur Professionalisierung pädagogischer Praxis.

Wissenschafts-Praxis-Kooperation als Arbeitsform
Das Projekt zeichnet sich durch eine besondere Form der Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis aus: Die Mitarbeiterinnen der Universität und der beteiligten Bildungseinrichtungen arbeiteten über nahezu drei Jahre gemeinsam in einem Team. Diese Kooperation fand in zwei Feldern statt: à Die gemeinsame Arbeit betraf zum einen die Bildungspraxis. Wissenschaftlerinnen und Praktikerinnen arbeiteten im Fortbildungsteam zusammen. Das Qualifizierungskonzept wurde gemeinsam entwickelt, in zwei Fortbildungsdurchgängen gemeinsam durchgeführt und auf dieser Grundlage fortlaufend überarbeitet. à Zum anderen arbeitete das Wissenschafts-Praxis Team auch in der Entwicklung von Forschungsinteressen und Fragestellungen zusammen. Im Laufe des Projekts erhobenes Datenmaterial wurde in ausgewählten Teilen gemeinsam diskutiert und ausgewertet.
In dieser Form der Kooperation haben beide Seiten gelernt. Wissenschaftliches Wissen wurde in Zusammenhängen der Bildungspraxis "übersetzt" und konnte im Hinblick auf seine Praxisrelevanz geprüft und kritisch reflektiert werden. Dabei konnten auch Frage und Forschungsprobleme identifiziert werden, die im wissenschaftlichen Diskurs bislang kaum Thema waren. Umgekehrt wurden durch die Diskussion theoretischer Grundlagen und durch den fragenden, reflexiven Habitus der Wissenschaftlerinnen Weiterentwicklungen und ein kritisches Prüfen der Wissensbestände der Praxis angeregt. Auch die gemeinsame Analyse des Fortbildungsprozesses, die auf der Grundlage einer ausführlichen Dokumentation des Seminarverlaufs erfolgen konnte, stellte eine Neuerung für die Praxis dar und ermöglichte neue Einsichten in selbstverständlich gewordene Aspekte der eigenen Arbeit.